Von links nach rechts: Schulleiterin Ursula Gressung-Schlobach, Christina Fries, Erziehungswissenschaftlerin, die die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) in der Gesamtschule Sulzbachtal betreut, Elisabeth Maniscalco und Gurdi Meta, Elke Ferner 

 


 

Elke Ferner, SPD-Bundestagsabgeordnete und SPD-Vize, informierte sich gestern über das Modellprojekt, das durch die Agentur für Arbeit finanziert wird und im Februar diesen Jahres mit den damaligen Achtklässlern einsetzte. In Saarbrücken und Umgebung sind fünf Schulen dafür ausgewählt worden, an denen jeweils 30 Plätze zur Verfügung stehen. Träger des Projektes ist die Firma "Geniefabrik". 

Von Christina Fries, der Berufseinstiegsbegleiterin der Gesamtschule in Dudweiler, wollte Elke Ferner vor allem wissen, wie die tatsächliche Arbeit mit den Schülern aussieht. "Meistens arbeite ich mit den Jugendlichen einzeln und auch sehr unterschiedlich, weil sie ganz verschiedene Probleme haben. Bei manchen geht es darum, zunächst das Selbstbewusstsein oder die Arbeitshaltung zu verbessern, bei anderen müssen Lösungen für schwache Leistungen in einigen Fächern gefunden werden. Kommunikationstraining, Bewerbertraining und die Orientierung hin auf einen Wunschberuf sind für alle wichtig. Später, wenn die Schüler eine Ausbildungsstelle gefunden haben, werde ich sie noch ein weiteres halbes Jahr betreuen können."

Die Politikerin erinnerte sich an ihre eigene Schulzeit, die in der Pubertät auch nicht durchgehend von großer Leistungsbereitschaft geprägt gewesen sei, und fragte, ob die Schüler freiwillig Mehrarbeit auf sich nähmen. Die Schüler seien zwar von den Klassenlehrern vorgeschlagen worden, so Fries, aber die Teilnahme sei freiwillig: "Einige waren sofort Feuer und Flamme, andere mussten jedoch überzeugt werden. Hier helfen uns auch die Eltern, die den ausreichenden Weitblick haben, um ihren Kindern die Bedeutung dieser Chance klar zu machen."

Die Schulleiterin Ursula Gressung-Schlobach steht hinter dem Projekt an ihrer Schule. "Es ist sehr positiv, dass hier bereits in Klasse 8 angesetzt wird, also mit genug Vorlauf zum Hauptschulabschluss, sodass die Schüler hier wirklich das Ruder noch herumreißen können." Ihrer Meinung nach ist auch die Integration der Maßnahme in die Schule, wo der Lebensmittelpunkt der Schüler liege, ein wichtiger Erfolgsfaktor für BerEb. Allerdings kritisierte Gressung-Schlobach die "Kurzatmigkeit" solcher Projekte: "Um wirklich etwas ändern zu können und in der Schule Fuß zu fassen, müsste das Projekt auf zehn und nicht auf drei Jahre angelegt sein."

Elke Ferner zeigte sich von der Zielorientierung des Projekts überzeugt und sagte zum Abschied, dass sie sich für eine längere Laufzeit des Projekts einsetzen wolle.

 

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