Das vollbesetzte Bürgerhaus tobte schon beim dritten Stück, als die Kinder mit ihren Instrumenten die ausgestorben geglaubten Dinos zum Leben erweckten: In der ‚Prehistoric Suite' von Paul Jennings jagen und kämpfen Stego- und Tyrannosauren bedrohlich durch die urzeitliche Landschaft. Auch die weiteren Stücke, zum Beispiel Tricky Trombone, Laredo oder Rainbow Connections, kamen beim Publikum, das bei weitem nicht nur aus Eltern bestand, sehr gut an. Die Zuhörer, ob Profis oder Laien, sind immer wieder vom Niveau des Instrumentalspiel und dem Orchesterklang der 6a überrascht. Auch diesmal saß wieder jeder Ton, jeder Takt, jede Pause des jungen Orchesters und seiner Dirigenten Judith Gelz und Jan van den Berg, egal ob sie Jazz, Rock oder Klassik spielten. Auch der Nachwuchs, die Bläserklasse 5, die ein kurzes ‚Gastspiel' auf der Bühne gab, kann nach einem Jahr Übungszeit schon ganz gut mithalten.

In seinen Begrüßungsworten zu diesem Konzert, das einen Schlussakkord hinter zwei erfolgreiche Jahre des Bläserklassen-Projekts setzte, lobte Werner König, Leiter des Referats Gesamtschule im saarländischen Bildungsministerium, das Konzept der Bläserklasse und dessen praktische Umsetzung im Sulzbachtal. Er erinnerte an wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Kinder, die ein Instrument erlernen, intellektuell bessere Fortschritte machen und zugleich auch gute soziale Kompetenzen entwickeln.

Eben dieser Schwerpunkt auf der Verknüpfung von sozialem und fachlichen Lernen kennzeichnet, so Ursula Gressung-Schlobach, Schulleiterin und Mitinitiatorin des Projekts Bläserklasse, das Lernen an der Gesamtschule im Allgemeinen und in der Bläserklasse im Besonderen. Sie dankte allen Beteiligten, die zum Erfolg der ersten Bläserklasse beigetragen haben: den Eltern, dem Förderverein der Schule, Sponsoren, den Lehrerinnen und Lehrern und natürlich den Schülerinnen und Schülern, die die Bläserklasse gewählt und gelebt haben.

Im Sommer 2008 startete für die damals frischgebackenen Fünftklässler als erstem Jahrgang an der Gesamtschule Sulzbachtal das Bläserklasse-Abenteuer - in einer Projektwoche probierten sie Blasinstrumente von der Querflöte über das Saxophon und die Posaune bis hin zu Euphonium und Tuba aus und wählten schließlich "ihr" Instrument aus. Für die meisten war es ein kompletter Neuanfang und sie lernten im Musikunterricht und bei Zusatzproben einzeln und im Orchester Schritt für Schritt, ihr Instrument zu beherrschen und miteinander zu spielen. "Mir fällt immer mehr auf, dass die Bläserklasse einen sehr starken Zusammenhalt zeigt", sagt Klassenlehrer Gerold Pink, "Die Kinder nehmen mehr Rücksicht aufeinander und übernehmen mehr Verantwortung. Ich führe das mit auf die häufigen gemeinsamen Proben und Auftritte zurück. Sie sind in diesen Situationen aufeinander angewiesen und die Erfolgserlebnisse stärken ihr Zusammengehörigkeitsgefühl."

Das Projekt war von Anfang an auf zwei Jahre angelegt - doch nach den Sommerferien wird es für die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler musikalisch weitergehen: für Klasse 7 haben sie sich für eine Fortsetzung der Orchestermusik entschieden, dann im Wahlpflichtbereich. So werden sie sicher wieder mitreißende Musik hören lassen, wie auch der Nachwuchs der Bläserklassen.
 

 

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