Schüler der "Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School" im ugandischen Kidera, einem Vorort von Tororo. Die Bänke mögen schief sein, aber die Ausbildung führt die Jugendlichen zu dem begehrten staatlich erkannten mittleren Bildungsabschluss.

Am 17. Juni ist es wieder so weit: Die Sechserklassen der Gesamtschule Sulzbachtal werden für einen guten Zweck den Kitten-Sportplatz umrunden, so oft sie können. Dieses Jahr werden ihre Spenden an den Verein Hilfe für Tororo/ Uganda e. V. gehen, ein Projekt der Saarbrücker Ärztin Dr. Christiane Maleika. Um den Schülerinnen und Schülern ein Bild des Lebens ugandischer Kinder zu vermitteln, kam Frau Maleika am Montag dieser Woche in die Schule, zeigte Fotos, berichtete aus Tororo, ‚ihrem' Ort im Osten des Landes und beantwortete die Fragen der Sechstklässler.

Die Schülerinnen und Schüler wollten ganz genau wissen, wohin die Spenden fließen; und Christiane Maleika schilderte detailliert die Lebensumstände der Landbevölkerung in Tororo und wie ihr gemeinnütziger Verein vor Ort Strukturen und Einrichtungen schafft. Besonders ging sie auf die 2004 eröffnete Oberschule in dem Dorf Kidera ein. "Die Kinder und Jugendlichen dort sind sehr froh und auch stolz, dass sie zur Schule gehen können", erzählte Frau Maleika den etwas ungläubigen und oft schulmüden deutschen Sechstklässlern. "Sie gehen - teilweise barfuß - jeden Morgen mehrere Kilometer zur Schule. In den Sommerferien sind sie gekommen, um ihre Schule zu streichen - freiwillig und ohne Bezahlung." Da in Uganda alle weiterführenden Schulen Schulgeld kosten, können sehr viele Kinder armer Familien keinen mittleren Schulabschluss machen, der Voraussetzung für eine weiterführende Berufsausbildung ist - und ohne eine solche Berufsausbildung wiederum ist auf dem Land die Arbeitslosigkeit fast vorprogrammiert. Mit zehn Euro von den Spenden der Dudweiler Schülerinnen und Schüler kann ein Kind in Tororo zum Beispiel für einen Monat sein Schulgeld bezahlen, fünfzig Euro sind das Monatsgehalt eines Lehrers. "Und dass das Geld wirklich bei den Menschen in Tororo ankommt, dafür garantiere ich persönlich," sagt die energiegeladene pensionierte Ärztin. Sie ist regelmäßig für längere Zeit vor Ort, zuletzt von November 2009 bis April 2010.

Christiane Maleika gründete den Verein Hilfe für Tororo/ Uganda e.V. im Jahre 2002, nachdem sie im Einsatz als "German Doctor" die Armut der ugandischen Landbevölkerung mit eigenen Augen gesehen hatte. Das ostafrikanische Land leidet immer noch an den Folgen von rücksichtslosen Diktaturen, insbesondere der Idi Amins in den sieb-ziger Jahren und den damit verbundenen Bürger-kriegen. Trotz fruchtbarer Böden ist die wirtschaftliche Situation immer noch schwierig.

Die Armut, besonders in den Buschdörfern, ist groß: Es gibt keinen Strom und kaum sauberes Trinkwasser. Zum Kochen muss Holz teilweise von sehr weit herangeschleppt werden - traditionell die Aufgabe der Frauen und Mädchen.

Ein großes Problem ist auch AIDS: Nahezu ein Drittel aller Kinder hat bereits ein oder gar beide Elternteile verloren; es gibt auch Haushalte, in denen Achtjährige für ihre jüngeren Geschwister sorgen und Geld verdienen müssen, statt in die Schule zu gehen. Hier hilft der deutsche Verein unter anderem mit einer Krankenstation und dem angegliederten Zentrum zur Gesundheitserziehung. Mädchen und Frauenförderung sowie Wasser- und Energieversorgung sind weitere Schwerpunkte der Hilfe in Tororo - für all diese Projekte ist der Verein angewiesen auf Spenden aus Deutschland.

Darum wollen die Dudweiler Sechstklässler ihr Bestes geben: Von Verwandten, Freunden und anderen Spendenwilligen lassen sich die Schülerinnen und Schüler ihre Runden mit Geldbeträgen ‚sponsern'. Jeder Kilometer, den sie im Juni um den Sportplatz laufen werden, wird auf ihrer Laufkarte dokumentiert - und nach dem Lauf können sie dann ihre Spenden einsammeln.

Am Ende ihres Vortrags zitiert Frau Dr. Maleika ein afrikanisches Sprichwort: "Viele kleine Leute an vielen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz der Erde verändern."

 

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