Aktionswoche der Streitschlichter an der Gesamtschule Sulzbachtal


„Kriege und gewaltsame Konflikte haben noch nie ein gutes Ende genommen – darum versuchen wir auch hier, an unserer Schule, Probleme nicht mit den Fäusten zu lösen, sondern durch Reden,“ erklärt Gülsah Göktas, eine der Schülerstreitschlichterinnen an der Gesamtschule Sulzbachtal, „ich finde es großartig, dass es bei uns fast sechzig Schülerinnen und Schüler gibt, die viel Zeit und Kraft dazu verwenden, um ihren Mitschülern aus Streitigkeiten herauszuhelfen."

In ihrer Aktionswoche  haben die Streitschlichterinnen und Streitschlichter im Foyer der Schule einen Info-Stand aufgebaut, zusammen mit Marco Weibel, dem Schulsozialarbeiter und den Mediatorinnen aus dem Kollegium, Traudel Diehl und Ursula Trautmann.

„Mit der Aktionswoche haben wir zwei Ziele verfolgt  und auch erreicht“, meint die Deutschlehrerin Trautmann, „wir wollten allen Schülern, Lehrern und Eltern die Möglichkeiten der Streitschlichtung noch mehr ins Bewusstsein rücken und zum anderen wollten wir auch das Engagement unserer Streitschlichter würdigen.“

Yasmin Heinke aus der 7f, die mit anderen in der Pause den Stand betreute, meint: „Die Aktionswoche war toll – es macht mir Spaß, anderen von unserer Streitschlichterarbeit zu erzählen. Meine Ausbildung habe ich vor zwei Jahren begonnen und zwischendrin immer wieder aufgefrischt.“ 

Anna Detemple, auch aus der 7f, ergänzt: „Ja, wir haben da zum Beispiel gelernt, wie man schwierige Gespräche führt: Zum Beispiel sagt man als Vermittler nicht gleich seine eigene Meinung, sondern hört genau zu. Wir müssen auch möglichst gerecht vermitteln, und dürfen nicht Partei ergreifen. Das kann ich auch außerhalb der Schule ganz gut gebrauchen.“


Dem Motto der Aktionswoche „Löse deine Probleme ohne Gewalt!“ sind die Dudweiler Streitschlichter schon seit zehn Jahren treu. Marco Weibel erklärt: „Das Konzept der Schülerstreitschlichtung war damals noch recht neu.  Aber es hat sich bewährt: Die Schülerinnen und Schüler lösen ihre alltäglichen Konflikte, Streitigkeiten und Missverständnisse selbstständig, ohne dass sich Autoritäten – also z.B.  Lehrer –  einmischen. Sie klären ihre Positionen in einer Atmosphäre des Vertrauens und finden eine Lösung, die für alle Parteien in Ordnung ist.“ Lächelnd fügt er hinzu: „Eigentlich sollte es Streitschlichter auch überall dort geben, wo Erwachsene zusammen arbeiten!“ Schwerere Fälle, bei denen zum Beispiel Mobbing oder Prügeleien eine Rolle spielen, übernimmt der Sozialarbeiter selbst – „Das kommt allerdings an unserer Schule nicht zu oft vor,“ ergänzt er. 

Eine weitere Initiative in der Aktionswoche ist der neue Arbeitskreis „Gewaltfreie Gesamtschule Dudweiler“. Lehrer, Eltern und Schüler werden sich noch mehr engagieren, um das soziale Klima an der Schule weiter zu verbessern. Auch die Vernetzung mit anderen wichtigen sozialen Institutionen im Umfeld wie z.B. dem Jugendamt, dem Familienzentrum und der Jugendpolizei wird angestrebt. Das Landesinstitut für Präventives Handeln klinkte sich bereits beim ersten Treffen mit zwei Fachkräften in diesen Arbeitskreis ein. Im Mittelpunkt der Arbeit werden Themen stehen wie gegenseitiger Respekt, Achtung und Gewaltprävention.