Petra, ein böser Wolf, ein überdrehtes Quietsche-Entchen und viele andere vage aus Sergei Prokofjews „Peter und der Wolf“ bekannte Personagen bevölkerten die Bühne des Dudweiler Bürgerhauses, als die Gesamtschule Sulzbachtal am Freitagabend ihren 25. Geburtstag feierte. Die 6e und die Bläserklasse 6a hatten unter Leitung von Musiklehrerin Fee Mergenthaler-Starke das leicht angestaubte Musikmärchen in ein freches und witziges Musical verwandelt. Das Engagement und die Freude der Beteiligten sprangen schnell auf das Publikum über. Ruhiger wurde es dann, als die vier Oberstufenschüler David Bachschijan, Hanna Scheerer, Vivien Wolf und Ömar Yüksel „Innenansichten“ (fiktiver) Schülerinnen und Schüler vortrugen – über das Aufwachsen in der Fremde und über das Fremdsein dort, wo man aufgewachsen ist.

Musical der 6a: Petra und der Wolf - Samuel Tudela als Ente mit ihren "Begleitmusikern" Denise Leibfried (links) und Louise Orth (rechts)

 

 

 





Musical der 6a und 6e: Petra und der Wolf




David Bachschijan, Hanna Scheerer, Vivien Wolf und Ömar Yüksel tragen „Innenansichten“ vor


Nach diesen sehr verschiedenen Schülerdarbietungen erinnerte sich Schulleiterin Ursula Gressung-Schlobach an die Anfänge der Gesamtschule Sulzbachtal: 

„Wir hatten einen Traum –  einen Traum  wie Schule sein könnte, sein müsste. Wir waren damals noch keine ‚ordentliche‘ Schule, wir hatten nur vier Klassenräume in der Mellinschule in Sulzbach und ein Büro mit ein paar leeren Aktenordnern, aber schon 112 Schülerinnen und Schüler und neun Lehrerinnen und Lehrer.“ Aus diesem Kern baute man, so die Schulleiterin weiter, die Gesamtschule auf, so wie sie jetzt besteht. „Kooperation in der Tischgruppe und im Team, selbstständiges Lernen und freie Arbeit, Förderkonzepte und Schulsozialarbeit - 1986 waren das Stichworte für einen  neuen Weg, einen anderen Zugang zu Schule.“

Großes Lob für die Schule kam auch vom Schulträger: Regionalverbandspräsident Peter Gillo beglückwünschte die Schule zu „25 erfolgreichen Jahren“ und betonte, ihm sei auch für die Zukunft der Dudweiler Schule nicht bange. „Diese Schule hat von Anfang an darauf gesetzt, die Kinder möglichst lange gemeinsam zu unterrichten und hat mit dem integrativen Ansatz sehr gute Erfahrungen gemacht. Ihr Ruf ist gut und Eltern wählen diesen Schulstandort ganz bewusst aus. Als Inklusionsmodellschule“, so Gillo weiter, „braucht sie eine bestimmte Ausstattung, zum Beispiel was Lehrerstunden, Klassengrößen und Integrationshelfer angeht, und der Regionalverband wird diese zur Verfügung stellen.“ In den vergangenen Jahren hatte der Regionalverband die Schule über die Alltagsfinanzierung hinaus mit Mitteln für den Ausbau der freiwilligen Ganztagsschule mit Bibliothek, Mediathek und Cafeteria unterstützt und baut jetzt ein Multifunktionsfeld auf dem Schulhof. 

Gillo fügte hinzu, die Gesamtschule Sulzbachtal trage mit ihrem Konzept dazu bei, die Bildungschancen und damit die Lebenschancen von Kindern und Jugendlichen gerechter zu machen. „In Deutschland ist der Schulerfolg immer noch sehr stark davon abhängig, in welche Familie, in welche soziale Schicht ein Kind hineingeboren wird – so zeigen auch neuere Untersuchungen noch, dass ein Akademikerkind acht Mal höhere Chancen hat, Abitur zu machen als ein Arbeiterkind. Diese Ungerechtigkeit aufzuheben war immer schon der Ansatz der Gesamtschule und insbesondere auch dieser Schule.“

Der stellvertretenden Schulleiter, Wolfgang Dietrich, moderierte den Abend und dankte Peter Gillo für die aufbauenden Worte und die versprochenen Taten. 

Walter Rodermann, der Bezirksbürgermeister von Dudweiler, hatte die Schirmherrschaft für das Schulfest übernommen und freute sich, dass der „Wanderzirkus“ der Gesamtschule – die Schule war in den ersten Jahren mehrfach umgezogen – damals, 1991, in Dudweiler sesshaft geworden sei. „Das Leitbild der Schule, das sie sich selbst gegeben hat“, so Rodermann, „zeigt für meine Begriffe sehr deutlich, warum diese Schule ‚besonders‘ ist. Es ist eine Schule, die sich als Ziel Offenheit und Kreativität setzt, die bei Schwächen hilft und die Stärken fördert und die in der Region, im Ort verwurzelt ist.“ 

Der Schulelternsprecher Günther Maier-Andersen dankte der Lehrerschaft im Namen der Eltern für ihr Engagement: „Es ist eine große Schule mit einem anspruchsvollen Konzept. Wir als Eltern sind überzeugt, dass die Schule hier ihre Ideale nicht nur in die neue Schulform ‚hinüberretten‘ wird, sondern auch weiterentwickeln wird.“ 

Als „Vertreterinnen der konstruktiv-kritischen Schülerschaft, auf die wir als Schule so stark angewiesen sind“ kündigte Wolfgang Dietrich Melanie Holstein, die Schülersprecherin und ihre Stellvertreterin Vivien Wolf an. Die Abiturientin Melanie Holstein sei, so betont sie, „stolz darauf, Teil dieser Schule zu sein“, die sie vom ersten Moment an als tolerant und offen empfunden habe. Vivien Wolf fügt hinzu, dass die Zusammenarbeit zwischen Lehrer- und Schülerschaft seit jeher großgeschrieben werde. Am darauffolgenden Tag wird mit einem großen, bunten Schulfest weitergefeiert